„Hängebauch-Dackel, Moppel-Mops und Specki-Labbi“

- Lesezeit 2 Minuten -

Übergewicht beim Hund – das ist ein wirklich schwieriges Thema. Niemand hört gerne, dass sein Hund zu dick ist!

Deshalb ist das Thema, obwohl sonst bei Gassigängen unter Hundehaltern ausführlich alle möglichen Hundethemen diskutiert werden, meistens tabu. Wird es dann doch einmal angesprochen, weil es vielleicht einfach nicht mehr zu übersehen ist, werden kreative Ausreden erfunden wie „Das ist das Fell! Wenn er nass ist, sieht man, dass er ganz dünn ist“ oder „Er hat halt schwere Knochen“ oder ähnliches.

 


Fakt ist aber: Zwischen 30 und 40% aller Hunde (und auch Katzen) in den westlichen Industrieländern sind nachweislich übergewichtig und teilweise sogar fettleibig! 2014 gab es für die USA sogar die Angaben, dass dort 59% aller Hunde übergewichtig seien. Wir müssen also davon ausgehen, dass in Deutschland jeder zweite bis dritte Hund zu viel wiegt.

 

Warum dies ein ernsthaftes Problem und nicht nur eine „Schönheitsfrage“ ist, erkläre ich euch in diesem Artikel. Im nächsten Artikel bekommt ihr dann eine kleine Anleitung, um die Figur eures Hundes besser einschätzen zu können.

 

Eine ernstzunehmende Gesundheitsbelastung

Ist dein Hund übergewichtig, bedeutet das für ihn eine ernstzunehmende körperliche Belastung, die Auswirkungen auf seine Gesundheit hat. Sein Herz-Kreislaufsystem wird übermäßig belastet. Er wird auf Spaziergängen weniger aktiv sein, da ihm schneller „die Puste ausgeht“ und ihm schlichtweg das Rennen zu anstrengend ist. Neben einer Beeinträchtigung seiner Lebensqualität ist dies der Beginn eines Teufelskreises, denn aus weniger Bewegung resultiert auch ein geringerer Energieverbrauch bei gleichbleibender Fütterung, was eine weitere Gewichtszunahme nach sich zieht.

Durch Übergewicht kann die Abwehr geschwächt sein und damit Allergien, Hauterkrankungen und Tumore begünstigen. Die Lungenfunktion ist eingeschränkt und Nieren, Leber und Herz werden auf Dauer geschädigt. Das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Harnsteine steigt. Es kann auch zu Verstopfungen und Blähungen durch eine Darmträgheit kommen. Wichtig ist auch: Ist bei einem übergewichtigen Hund eine Operation notwendig, bedeutet das immer ein zusätzliches Risiko durch die Narkose.

 

Durch Übergewicht entstehen logischerweise auch große Belastungen für den Bewegungsapparat des Hundes. So kommt es zu Rückenproblemen und Gelenkschmerzen. Ein wichtiger und großer Risikofaktor ist Übergewicht für die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Osteoarthrose. Durch das Übergewicht kommt es zu einer übermäßigen mechanischen Belastung der Gelenke.

Ein Beispiel, dass diese Mehrbelastung sehr drastisch veranschaulicht: Wenn ein Hund aus dem Sitz aufsteht, muss der Kniegelenkknorpel das Neunfache des Körpergewichts abpuffern. Jedes Kilo Übergewicht bringt demnach in dieser Aktivität (die sicher mehrmals am Tag stattfindet) neun Kilo zusätzlich auf das Gelenk! Kein Wunder, wenn der Vierbeiner sich dann nicht mehr gerne bewegt. Durch weniger Bewegung wird dann jedoch der Knorpel nicht mehr ausreichend ernährt, die Gelenkkapsel schrumpft und die Muskulatur baut ab, was eine zusätzliche Belastung für den Bewegungsapparat bedeutet. Insbesondere dann, wenn dein Hund schon unter arthrotischen Veränderungen leidet, ist daher Übergewicht unbedingt zu vermeiden.

 

 

 Für jeden Hundehalter absolut nachvollziehbar und ein guter Anreiz, den Vierbeiner nicht mit der „Liebe geht durch den Magen“- Methode zu ködern, sondern auch mal konsequent „nein“ zu Leckerchen zu sagen:

 

Die Lebenserwartung eines dicken Hundes ist im Durchschnitt um etwa zwei Jahre bzw. um 20% kürzer als bei schlankeren Artgenossen.

 

Doch wann ist der Hund denn nun zu dick? Das klären wir dann im nächsten Artikel, seid gespannt!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Friederike Engelhardt (Donnerstag, 09 Februar 2017 21:19)

    Toller Beitrag! Darf ich das weiterleiten ?

  • #2

    SamtschnutenWunderwelt (Freitag, 10 Februar 2017 10:58)

    Na klar :) Sehr gerne!